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Klaus Woltron

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Die Flucht des Finanzministers

Die kleine Ella ist gerade ein halbes Jahr alt geworden. Sie hat bereits 55.000.- € Schulden.....

Klaus Woltron

Die kleine Ella ist gerade ein halbes Jahr alt geworden. Sie hat bereits 55.000.- € Schulden. Insgesamt stehen alle Österreicher zusammen mit  404 Mrd.€. in der Kreide.

 Hiobsbotschaften am laufenden Band

 Ende März 2025 erfuhr man, dass das Defizit Österreichs im Jahr 2025 nicht 0,4 % (Frühjahr 2024), nicht 3,3% (Oktober 2024) sondern satte 3,7 bis 4,8% des Bruttoinlandsprodukts (15-20 Mrd. Euro) betragen werde. Umgelegt auf einen großen Konzern, z.B. die VOEST, würde das bedeuten, man fahre nach beruhigenden Prognosen aus heiterem Himmel einen operativen Verlust von 720 Mio.€ ein.  Zum Glück werkt dort nicht unser nach Brüssel geflohener Säckelwart Magnus Brunner. Man hätte ihm Aktionärsbetrug und fahrlässige Krida vorgeworfen. (Strafrahmen gemäß § 159 StGB: Bis zu drei Jahren Haft).

 Die Flucht zu Seinesgleichen.

 Erfolglose Finanzminister oder andere Versager haben es leichter: Sie entweichen lächelnd nach Brüssel, übernehmen dort ein Ressort, von dem sie keine Ahnung haben und erfreuen sich eines Salärs von etwa 22.000 bis 25.000 Euro brutto. Dazu kommen eine großzügige Pensionsregelung, monatliche Aufwandsentschädigungen (ca. 1.500 Euro) sowie Zuschüsse für Unterkunft und Reisen. Nicht so bei Karlheinz Grasser, der vor 24 Jahren stolz das erste Nulldefizit Österreichs seit 27 Jahren melden konnte. Er stolperte über den Anteil an einer gesetzwidrigen Provision von 7,7 Millionen Euro seines Trauzeugen. Rechnet man den Schaden Grassers und die verhängte Haftstrafe auf jenen Brunners des Getürmten um, so würden diesem mehrere Jahrhunderte Haft gebühren. Die bewusste Irreführung der Bürger ist aber nicht strafbar. 

 Marterbauer: Nomen est Omen

  Der Nachfolger des geflohenen Magnus, Ökonom Markus Marterbauer, verdiente sich seine Sporen u.a. als Abteilungsleiter "Wirtschaftswissenschaft und Statistik" der Arbeiterkammer Wien und Kolumnist der linken Wiener Stadtzeitung „DER FALTER“. Im Jahr 2022 veröffentlichte er das- aus heutiger Sicht visionäre- Werk „Angst und Angstmacherei. Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht.“ Dieser matte Schein am Ende des Tunnels der verblichene Koalition wird ihn leiten. Österreich wird dabei wohl nicht um ein EU-Defizitverfahren herumkommen.

 Das EU-Defizitverfahren

 Der EU-Rat schreibt eine Frist von 3 bis 6 Monaten vor, um den Finanzplan zu korrigieren. Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen müssen sodann zügig umgesetzt werden. Dies wird von der Kommission überwacht.  Bei Nichterfüllung drohen Sanktionen. 2024 wurden bereits Defizitverfahren gegen Belgien, Frankreich, Italien, Ungarn Malta, Polen und die Slowakei eingeleitet.

 Aufruhr und Entmündigung

 Die Erinnerung an das Defizitverfahren in Griechenland 2009 wird verdrängt. Schon 2010 kam es zu massiven Demonstrationen und Generalstreiks. Am 5. Mai 2010 starben bei Protesten in Athen drei Menschen, als eine Bank in Brand gesetzt wurde. Die Wut richtete sich gegen die Regierung, die als fremdbestimmt wahrgenommen wurde. Im Privatleben nennt man einen derartige Vorgang „Erwachsenenvertretung.“ Sie kann in Fällen von geistiger Behinderung, psychischen Erkrankungen und schweren körperliche Einschränkungen angeordnet werden.

 Der Unfall in der „Besten aller Welten“.

 Der Crash der Staatsfinanzen ist ein kapitaler Unfall der hingeschiedenen Regierung des „Besten aus beiden Welten.“ Wasser und Feuer brachten den Kessel zur Explosion und die dampfende Lokomotive zum Stillstand.  Die Abhängigkeit von Energieimporten, insbesondere von russischem Gas, hat die Wirtschaft verwundbar gemacht. Lieferstopps und die Rückwirkungen der Sanktionen erhöhten die Produktionskosten und beeinträchtigten die Wettbewerbsfähigkeit. Sozialkosten für In- und Ausländer sowie Asylanten hemmen die Industrie im internationalen Wettbewerb. Alteingesessene frönen lieber der Work/Life-Balance, wobei der Work-Hebel der Waage immer kürzer wird.

 Die fragwürdige Potenz der Ménage à trois

 Ob das neue Regierungstrio das magere Kraut fett machen wird? Frau Meinl stößt ins Kriegshorn, rügt die USA, verflucht Russland und rühmt die NATO. Ob da nicht durch Beschwörung äußerer Feinde vom inneren Versagen abgelenkt werden soll? Beate stinkt allerdings mit leeren Hosen: Das Diktat der wachsenden Schuldenlast ist kolossal.  Die himmelweit auseinanderliegenden ideologischen Positionen und fehlende Qualifikation der handelnden Personen lassen ein kraftvolles Sanierungsmanagement unwahrscheinlich erscheinen. Wasser und Feuer der dahingeschiedenen Zweierkoalition werden nun durch das Öl, welches Frau Meinl weltweit feurig und unverdrossen hinzufügt, ergänzt.

 8 gefährdete Staaten: Wo bleibt die Verantwortung Brüssels?

 Brüssel ist an der Misere mitschuldig. Ein Konzernchef, der, wie z.B. Frau v.d. Leyen, wegen Überschuldungsgefahr bei 8 seiner Tochtergesellschaften (fast ein Drittel des Konzerns) Krisenteams einsetzen muss, sollte besser seine eigene Strategie in Frage stellen. Das wäre sinnvoller, als auf der durch krasse Fehlentscheidungen hervorgerufenen Malaise der Töchter herumzureiten. Ein Defizitverfahren gegen die EU-Granden wäre die naheliegendere Lösung.

 Generäle ohne Kenntnis

 Wie würde wohl eine Schlacht enden, die von Kavalleriegenerälen, die noch nie auf einem Pferd saßen oder bereits mehrfach abgeworfen worden waren, angeführt wird?  Gemäß diesem düsteren Gleichnis werden die Resultate unserer Triaden-Regierung und der Brüsseler Laienkrieger ausfallen.

Uns bleibt nur die Rolle der fassungslosen Zuschauer.

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Das Video zu diesem Beitrag findet sich unter Die Flucht des Finanzministers auf Youtube.,

Bitte um Nachsicht bei vereinzelten  Mehrfacheinladungen — die Automatisierung des gesamten Systems samt KI — Einbindung wird noch etwa 4 Wochen dauern. Dann wird so etwas hoffentlich nicht mehr passieren. 

Kommentare
Karl Rauscher am 01.04.2025 um 07:30 Uhr:

Sehr guter Artikel; aber was nützt es ? Man sollte über einen Austritt aus der EU nachdenken
bzw. sollte man die EU auflösen. Diese Art von EU ist sicher nicht im Sinn der Gründungsväter.
Bin mit Hr. Sarazin ( Europa schafft sich ab) einer Meinung.

herbert schinnerl am 31.03.2025 um 16:30 Uhr:

Da hier anscheinend keiner versteht wher das Geld kommt, hier ein Link zum besseren Verständnis https://www.youtube.com/watch?v=pHdqa1F1TQE

herbert schinnerl am 31.03.2025 um 14:33 Uhr:

Hier etwas zum Verständnis von Schulden. https://www.youtube.com/watch?v=uNdXJEgUvcs

herbert schinnerl am 31.03.2025 um 14:32 Uhr:

Makroökonomie sollte man verstehen. Was der Herr Dr. nicht versteht ist, dass große Schulden einen genauso großen Vermögen gegenüberstehen. Die Summe ist immer Null. Es gibt kein Sparen ohne Schulden und umgekehrt. Man muss als nur schauen wer dieses große Vermögen hat. Diese Erkenntnis birgt schon die Lösung für dieses Problem in sich. Marterbauer versteht als einer der wenigen dies. Er ist ein Glücksfall für diese Regierung.

Cato the Elder am 31.03.2025 um 13:39 Uhr:

Ein "Weiter wie bisher und noch viel weiter", also ein "to dumbly go where nobody has gone before" scheint mit den handelnden Personen vorprogrammiert, da hilft nur mehr Fatal-Sarkasmus. ZB ist Frau Meinl-Reisinger trotz oder auch gerade wegen ihrer Lehre bei der ÖVP ein kongenialer Partner von Babler und Stocker, die deren gegensätzlichen Ansichten sogar noch in eine dritte Richtung zerrt. Sie hat, so wie alle fast anderen Spitzenpolitiker auch(zB Babler und Nehammer), ihren "Master" in der Donauuniversität Krems (Anm: in European Studies) gemacht. Dort lehrt ja der TV affine Prof. Filzmaier über die politische Gleichschaltung von Europa. Wie schön, man braucht dafür nicht mal Matura, nur einschlägige Berufserfahrung, wie zum Beispiel ein paar Jahre Bürgermeister einer verschlafenen Gemeinde zu sein . Ich glaub, ich starte jetzt auch eine späte Karriere und mache erst mal den Stapler- und den Taxischein als Grundvoraussetzung für Vize- oder Kanzler. Dann red ich mal mit dem Filzmaier übers Leben, lasse mir das Rückgrad entfernen, den Dipomingenieur aberkennen und bewerbe mich bei der Regierung, vorzugsweise als Excel-Spezialist für Auszählungen. Wenn sein muß, konvertiere ich auch noch in eine andere Religion oder lasse mich mit they/them ansprechen, das wär aber dann der Overkill für die Präsidentschaftskandidatur.

Helmut Divisch am 31.03.2025 um 09:44 Uhr:

Den Nagel punktgenau auf den Kopf getroffen.
Laut über einen Austritt aus der EU nachdenken wenn nicht eine sofortige Reform angegangen wird.
Die unfähigen Politiker auch in Österreich in die Wüste schicken.

Rupert Kloiber am 31.03.2025 um 06:01 Uhr:

Die Neos haben ihre politische Unschuld verloren. Das System SPÖVP haben sie immer kritisiert. Nun stützen sie es. NEOS sind die Herz Lungen Maschine von SPÖVP. Weil VdB und Brüssel es angeordnet haben. Das System von SPÖVP sollte kollabieren. Österreich muss neu aufgestellt werden!

Kugler Karlheinz (Bj. 1945) am 30.03.2025 um 17:28 Uhr:

Wie schaut die österreichische Politik derzeit meiner Meinung nach aus?

Beispiel 1)
Der heilige Magnus - seines Zeichens Finanzminister der vorigen Regierung - verschwindet wie ein Hendldieb in die Brüsseler Paläste, nachdem er sorgfältig dafür sorgte, seine wahre finanzielle Schreckensbilanz zu verschleiern. Alles für das Wählervolk und hinter mir die Sintflut!
Und obendrauf noch einen Orden!

Beispiel 2)
Wir haben jetzt eineAußenministerin, die durch Regierungsverhandlungen als NEO-Parteimitglied in diese Position gehievt wurde. Ihre Karriere begann als Mitarbeiterin von Herrn Karas (ÖVP), der Österreich immer "vorzüglich" bei der EU vertrat und setzte sich als Parteimitglied eines Bäumeumarmers und Befürworters einer Bejahung der Rechtmäßigkeit eines Paßbildes mit Nudelsieb am Kopf im Reisepaß bei den sogenannten NEOS fort.
Diese Partei erhielt bei den Nationalratswahlen ca. 9% Stimmenanteil, was bei einer ungefähren Wahlbeteiligung von 80% etwa 7% aller wahlberechtigten Österreicher entspricht. Anders ausgedrückt hat jeder 14. Österreicher dies Partei gewählt.
Als lauthals bekennende "glühende Europäerin" tourt sie nun in aller unser Namen in der Weltgeschichte herum, verteilt unsere Millionen und lebt ihre spätpubertären Jungmädchenträume von den "Vereinigten Europäischen Staaten" samt inbegriffener Europäischen Armee aus.
Die "unabhängigen" Medien schweigen weitestgehend dazu und bereiten mit ihrer Berichterstattung eine Kriegsaufrüstung geradezu vor.
Die jüngeren Österreicher werden es ihr danken.

Dietmar_ein_Kärntner am 29.03.2025 um 18:02 Uhr:

Viele hatten gewarnt: der Jugoslawienkrieg bis 2000 hat in Kärnten die Hypobank in die Luft gesprengt. Wie alle geschimpft hatten. Der Ukraine-Krieg, nach Pandemie, sprengt jedoch die Bundesfinanzen. Und noch ein Gedanke: wir könnten uns ja an der Schweiz orientieren. Die Verfassung nach Kelsen im 1. WK sprach ja von Deutsch-Österreich, weil wir wieder mal einen Krieg verloren hatten. Wenn wir alles tun, was EU und Nato wollen, kommt das raus: Ukrainisch-Österreich mit der Angleichung des Wohlstandes an die seinerzeit ärmsten Regionen des Kaisers: Bukowina und Galizien. Ggf. ist Geschichte gerecht, mittelfristig. Einstein sagt: wer Fehler mehrfach macht, ist einfach sehr deppert