Das blutrote Budget muss saniert werden

Minister Marterbauer, unterstützt von seinem Not leidenden Vorsitzenden Andreas Babler, arbeitet hart an der Sanierung des blutroten Budgets. Die Misere hinterließ ihm sein kohlschwarzer Vorgänger, der flugs nach Brüssel desertierte. Als treuer Diener seiner Partei schwört Marterbauer auf die wundersame Wirkung von geborgtem Geld, das man als Doping für den qualmenden, stotternden Wirtschaftsmotor einzusetzen hat.

In der Zwickmühle

Der Minister befindet sich in einer peinlichen Situation: Alle seine Vorgänger, ob schwarz oder rot, haben sich ebenfalls darauf verlassen, die Fehlzündungen der Wirtschaft mit Milliardenschulden zu überbrücken- der Motor werde alsbald wieder anspringen. Vergebens! Die Schulden wuchsen, das Aggregat aber stotterte weiter und droht völlig abzusterben. Dies erinnert den Gartenbesitzer an das Benehmen seines Rasenmähers nach der Winterruhe.

Neustart- aber wie?

Vergebens zieht man ´zigmal am Starterkabel: Wurde im Vorjahr normaler Sprit (zum Preis von € 1.40) verwendet, so streikt auch der beste Vergaser. Fluchend und keuchend sucht man sein Heil in der altbewährten „Starterhilfe“. Diese ist nur in kleinen Dosen (Literpreis € 40.-) erhältlich. Sie wird hoffnungsfroh ins Ansaugrohr des streikenden Japaners eingesprüht. Mit etwas Glück springt der an beginnender Verstopfung Leidende an und begnügt sich wieder mit dem normalen, preiswerten Stoff.

Der Rückfall

Nach einiger Zeit beginnt das Gerät wieder zu streiken. Es verlangt immer mehr Starterspray, um zu knatterndem Leben zu erwachen. Letztendlich atmet der verfluchte Mäh-Sklave mehr als eine teure Dose ein, bevor er geruht, wieder in Dienst zu treten. Und irgendwann ist es ganz aus. Dann bequemt man sich notgedrungener Weise dazu, den viermal so teuren Sonderkraftstoff (Acrylatbenzin) zu verfüttern- oder einen preiswerten Ersatzvergaser zu bestellen. Meistens passt der dann nicht. Fluchend wird das teure Originalersatzteil bestellt. Es kommt nach drei Wochen, und das Gras steht bereits meterhoch.

Zurück zu Marterbauer

Was hat dieser Leidensweg mit den Martern unseres geplagten Finanzministers zu tun? Er ist, wie alle Überlebenden im sozialistischen Restuniversum, ein glühender Anhänger des britischen Ökonomen John Maynard Keynes /1883-1946). Dieser empfahl, bei stotterndem Wirtschaftsmotor eine resolute Starthilfe durch die Zufuhr geborgten Geldes vorzunehmen. Dieses werde sich, so die reine Lehre, die Wirtschaft anspornen, die Steuern zum Sprudeln bringen und dadurch bezahlt machen.

Danach sollte sich das in Schwung gekommene Werkel von selbst munter weiterdrehen. Hin und wieder funktionierte das. In den meisten Fällen aber ließ das Steuersprudeln schnell wieder nach, und immer neue Einspritzungen wurden nötig.

Die Sucht

Die Wirtschaft wurde süchtig: süchtig nach teuren Krediten samt Zinsen und Zinseszinsen. Wie der verwöhnte Rasenmähermotor funktioniert sie nur mehr bei andauernder Zufuhr teuren geborgten Kapitals. Sie verrät ihre zentrale Aufgabe: die nachhaltige Beschaffung von Mehrwert für das Volk und verzehrt dabei dessen wirtschaftliche Grundlagen..

Der bedauernswerte Minister ist zu einem Suchtmediziner geworden, der seinen Ministern das Dope „Schuldenmachen auf Regimentskosten“ abgewöhnen muss. Millionen von verwöhnten Bürgern sind verärgert, die Opposition wälzt sich genüsslich in Vorwürfen. Die Kreditgeber hingegen erfreuen sich steigender Zinserträge.

Ein Ende mit Schrecken?

Der Rasenmähervergleich weist den Weg zu dem, was wir von Marterbauers Bemühungen zu erwarten haben. Die bisherigen Maßnahmen zum Neustart der Maschinerie reichen nicht. Das Starterspray ist aufgebraucht, das übliche billige Benzin nicht mehr verwendbar. Man wird sich dazu bequemen müssen, auf einen teuren, mit großen Entbehrungen zu erkaufenden „Kraft-Stoff“ umzustellen: Viel Arbeit wird’s eine Zeit lang geben müssen, und wenig Kuchen. Von Mangel an Brot, wie einst, ist noch keine Rede- es sein denn, man schließt die Augen und verweigert die Anstrengung. Dann wird man wohl das ganze Werkel ersetzen müssen. Währungsreform wird das genannt: Dann sind erst einmal alle pleite- auch Kreditgeber & Co.