Der große Selbstbetrug:

In Zeiten einer weitgehend gleichgeschalteten Berichterstattung der westlichen Medien ist es nicht leicht, einen Blick hinter die Kulissen der retuschierten Bilder des Geschehens zu tun. Mit viel Mühe und Zeitaufwand ist es jedoch möglich, den Vorhang der Verschleierung, des Verschweigens, der Lügen und des Umdeutens der Fakten zu zerreißen und ein etwas realistischeres Bild zu gewinnen als das sorgsam behübschte.

Die Illusion

Die Europäer wurden von ihren Politikern und den allermeisten Medien in eine Traumwelt jenseits aller Realität versetzt. Dieses Reich der Fantasie entstand durch das gebetsmühlenartige Wiederholen von Klischees, die sich dadurch in eine trügerische Scheinwelt verwandelten. In dieser wirken, neben vielen anderem Selbstbetrug, die wohlbekannten Klischees, wie –

  • Das geeinte Europa ist stark!
  • Unsere Wirtschaft ist die zweitstärkste der Welt!
  • Russland ist ein gefährlicher Feind!
  • Wir müssen uns gegen Trump wehren!
  • Die Ukraine wird siegen!
  • Europa muss sich bewaffnen! ….usw.

Die Fakten

Mit derartigen Parolen bereitete sich das offizielle Europa, pfeifend im finsteren Wald, auf die kommende Zeitenwende vor. Die nackten Tatsachen sprechen allerdings eine ganz andere Sprache.

Die Uneinigkeit der EU-Staaten hat ein ungeahntes Ausmaß erreicht, ebenso die Unzufriedenheit mit der hilflosen „Führung“ in Brüssel. Die europäische Wirtschaft ist ausgezehrt. Jahre der Selbstkasteiung durch wirkungslose Sanktionen erwiesen sich als gigantische Rohrkrepierer. Das eigentliche Ziel- Russland in die Knie zu zwingen- wurde völlig verfehlt: Im Gegenteil- es bildete sich ein gewaltiger. prosperierender Block mit Wurzeln bis ins ferne Asien.

Währenddessen blutete das rohstoff- und energiearme Europa, von billiger Energie abgeschnitten, ökonomisch aus. Die akkumulierten Schulden betragen bereits über 14 Billionen Euro und werden durch „Sondervermögen“ (zusätzliche Schulden Deutschlands), aberwitzige Stützungen der darniederliegenden Ukraine (s. weiter unten) und enorme Zinsen für das geborgte Geld weiter explodieren.

Der Krieg ist verloren

Der Stellvertreterkrieg in der Ukraine ist verloren. Wie man den verschreckten Bürgern der EU den herannahenden Diktatfrieden erklären will, nachdem man vier Jahre lang stets den unmittelbar bevorstehenden Sieg getrommelt hat- das ist eine der Hauptsorgen der Staatenlenker. Man verschiebt diesen Zeitpunkt hilf- und planlos durch immer weitere Geldspritzen in die Zukunft- allein, der unvermeidliche Offenbarungseid wird nur aufgeschoben.

Allein gelassen

Das Licht aus dem Westen- die Hoffnung auf den starken Verbündeten in Washington- ist mit dem Erscheinen Donald Trumps jählings erloschen. Mit dem eiskaltem Kalkül des Immobilientycoons erkannte er, dass das Engagement seiner Vorgänger in der Ukraine eine gewaltige Fehlinvestition war. Was tut man in einem solchen Falle? Man schreibt sie ab und sucht einen Dummen, der die Konkursmasse übernimmt. Wenn überhaupt, findet sich für Derartiges nur jemand, der das kaputte Gerümpel mit einer saftigen Aufzahlung übernimmt.

Schulden für die Niederlage

Die Europäer hingegen haben sich, samt Österreich, dazu bereit erklärt, dem bankrotten Krieg führenden Staat einen weiteren 90- Milliarden Kredit zu sichern. Durch diese Zusage wird das gesamte Engagement der EU (einschließlich finanzieller, militärischer, humanitärer und anderer Hilfen seit Beginn des Krieges) auf über 300 Milliarden Euro anwachsen. Trotz dieser gewaltigen Summen fehlt aber noch ein Drittel des Kapitalbedarfs der Ukraine. Was geschehen soll, wenn der EU- Kredit verdampft ist, steht in den Sternen.

Was nun kommt

In seiner Verzweiflung wird Selenskyj den Krieg fortsetzen. Die Russen werden weiter vorrücken, der Krieg immer brutaler werden. Beiderseits fallen immer mehr Tabus, weitere „rote Linien“ werden überschritten. Irgendwann im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre wird Europa endgültig erkennen müssen, dass sein gesamter Einsatz verloren ist und seine Bürger um einen wesentlichen Teil der staatlichen und privaten Vermögen erleichtert wurden. Als Alternative bleibt eine direkte Konfrontation EU versus Russland, die mit den erbärmlichen ausgedünnten Heeren und Ausrüstungen der Europäer niemals zu gewinnen ist. Die USA wiederum werden ihre Bürger, wohlig gesichert durch 4000 km atlantische Fluten, nicht dem Risiko eines Kriegs mit Atomraketen aussetzen.

Diktatfrieden

Wenn der Erschöpfungskrieg an seinem traurigen Ende ankommt, wird Europa, ohne jedes noch verfügbare Druckmittel, von den USA verraten, erschöpft und hilflos dastehen. Die militärischen Mittel- Panzer, Raketen, Abwehrsysteme, Millionen verschossene Granaten etc.- werden als Schrott in der Ukraine verrosten. Die Kassen werden leer, die Arbeitslosigkeit hoch, die Insolvenzstatistiken beängstigend sein.

Putin wird einen Diktatfrieden erzwingen, der über alles, was bis dato von ihm gefordert wurde, hinausgeht. Dieses Szenario wird im Laufe des heurigen Jahres langsam, wie eine drohende Gewitterwolke, den Vorhang der Illusionäre heben. Wie viele Regierungen das Fiasko überleben werden, ist nicht abzusehen. Auch das Regime in Brüssel wird nicht ungeschoren bleiben.

Postscriptum

Was tun? Es bleibt nur die Hoffnung auf ein Wunder oder einen verirrten Schwarzen Schwan. Liebend gerne würde ich am Ende des Tages dastehen als einer, der Unrecht hatte.