Schock in Wien

Die auf dem Wiener Kongress tanzenden Staatenlenker Europas wurden am 26. Februar 1815 durch eine fast unglaublich erscheinende Nachricht aus ihren Vergnügungen aufgeschreckt: Der auf die kleine Insel Elba verbannte ehemalige Kaiser Frankreichs hatte sich abermals erhoben und marschierte mit einem Heer, das sich rasch vergrößerte, nach Paris. Preußen, Russland, Österreich und Großbritannien verbündeten sich und schlugen den Verwegenen am 18. Juni 1815 in seiner letzten Schlacht vernichtend. Er endete einsam auf St. Helena, am Ende der Welt.

Die Schlacht von Waterloo (Wikipedia)

Waterloo, ein kleines Dorf in den Niederlanden, wurde zum Synonym für eine katastrophale Niederlage. Die verzweifelte Lage, in welche sich Präsident Trump jüngst mit seiner an Narrheit grenzenden Hybris gebracht hat, erinnert an Napoleons Schicksal. Droht Trump, durch Verlust der Midterm-Wahlen, oder gar per Impeachment wegen Unzurechnungsfähigkeit, in übertragenem Sinn ebenfalls die Verbannung auf eine ferne Insel?

Droht ein großer Krieg im Nahen Osten?

Ob der aktuelle Angriff Israels und der USA auf den Iran ähnliche Dimensionen erreichen könnte wie die großen Konflikte der letzten 50 Jahre?

  • 1980–1988 – Iran–Irak-Krieg
  • 1990–1991 – Golfkrieg (Irak vs. internationale Koalition)
  • 2003–2011 – Irakkrieg (USA & Verbündete vs. Irak)

Die Ziele Trumps bei der Bombardierung des Irans sind bis heute nicht klar. Am wahrscheinlichsten scheint die Begründung des am 17. März 2026 aus Protest zurückgetretenen Direktors des US Counterterrorism Center, Joseph Kent. Er wollte den Krieg politisch und moralisch nicht unterstützen.

„Iran hat keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt. Der Krieg ist durch Druck von Israel und die jüdische Lobby in den USA entstanden und bringt den USA nur Unheil und großen Schaden.“

Ein Urteil

Der Redaktionsrat der New York Times fällte jüngst über den Ausritt Trumps, welcher der Welt eine erneute Energiekrise und unabsehbare Erschütterungen beschert, einen vernichtenden Kommentar.

„Der Krieg ist zum Paradebeispiel für Trumps chaotischen, egozentrischen Führungsstil geworden. Bei der Anordnung militärischer Aktionen stützte er sich auf einen deutlich kleineren Beraterkreis als seine Vorgänger und mied den sorgfältigen Prozess, der Einwände und potenzielle Probleme aufzeigen sollte. Er gab absurde und widersprüchliche öffentliche Erklärungen ab, darunter die Behauptung, der Krieg habe seine Ziele beinahe erreicht. Er versuchte, die Welt über den tragischen Tod Dutzender iranischer Schulkinder durch eine fehlgeleitete amerikanische Rakete in die Irre zu führen. Fast täglich beweist er aufs Neue, warum man ihm die wichtigsten Regierungsangelegenheiten nicht anvertrauen kann.“ (NYT, 17. März 2026).

All das erinnert an Napoleon und auch an den Größenwahn der Nachfolger Julius Cäsars.


Die julischen Kaiser

Die Nachfahren von Kaiser Augustus (Tiberius, Caligula ,Claudius ,Nero), die „Julische Dynastie“, brachte Kaiser hervor, die sich allesamt durch Größenwahn, Selbstüberschätzung und abstoßende Grausamkeit hervortaten. Ob Nero, der Rom abfackelte, Tiberius, der auf Capri seinen Perversionen frönte oder der verrückte Sadist Caligula-alle waren am Cäsarenwahn erkrankt, den Tacitus[2] gebrauchten Ausdruck „furor principum“ nannte. Er ist sich an folgenden Symptomen zu erkennen:

  • Glaube an die eigene Göttlichkeit
  • Verschwendungssucht
  • Theatralisches Auftreten
  • Heißhunger nach militärischen Triumphen
  • Neigung zum Verfolgungswahn.

Aktuelle Beispiele aus den USA

Präsident Trump


Gegner: „losers“, „animals“, „enemies of the people“„rapists“,
Mililtary intervention „just for fun“
„I could stand in the middle of Fifth Avenue and shoot somebody“

Kriegsminister Pete Hegseth:

„No quarter, no mercy for our enemies“
„We’re kicking them while they’re down“

Das Ende der Tyrannen

Viel weitere unmenschliche Beispiele stützen die Vermutung, dass der Cäsarenwahn nicht nur Donald Trump, sondern auch seine durchgeknallte Entourage befallen hat. Das Schicksal aller Julischen Kaiser mit Ausnahme von Augustus: Ermordet, erstickt (Tiberius); samt Familie umgebracht (Caligula); vergiftet (Claudius); erzwungener Selbstmord (Nero) sollte den Verrückten am Steuer der Kriegsschiffe, Kampfbomber und Atomraketen jenseits des Atlantiks zu denken geben. Dazu aber wäre eine Portion Selbstkontrolle erforderlich, welche die Krankheitsgeschichte der Größenwahnsinnigen leider ausschließt.

Und so nimmt das Unheil wieder einmal seinen tödlichen Verlauf.