Schaut man rundum, füllt sich der Horizont mit unliebsamen Zeitgenossen. Herr Benko erleichterte seine Kreditgeber um Milliarden Euros, der US- Präsident füllt seine Taschen und jene seiner Familie und Kumpane mit noch viel mehr Dollarmilliarden. Manche Bonzen in den diversen Kammern brüsten sich dumm-eitel mit ihrer anvertrauten Machtfülle, und eine geltungssüchtige Vertreterin einer Minipartei bereist die Welt und verkündet Parolen, deren etliche von 93% des Wahlvolks nicht autorisiert sind. Und die Moral von der Geschicht´?
Die Sinnfrage

Wer lange nachdenkt und viel weiß, kriegt Kopfweh. Als Produkt mancher Stunden Kopfweh habe ich, über viele Jahre, meinen ganz eigenen Moralkodex ausgedacht. Er baut auf viel Klassik, Konrad Lorenz, Viktor Frankl, Teilhard de Chardin, Jaques Monod, Faust, Mephisto und Co, einer soliden wissenschaftlichen Ausbildung, romantischen Dichtern, überwundenem, aber tief eingebranntem Katechismus, den alten Bauernweisheiten aus Flatz und Puchberg und vielem anderen auf. Ein bisschen 68-er-tum, mehr aber dessen Opposition, eine zunehmende Menschenkenntnis samt den damit zwangsläufig verbundenen seelischen Beulen und Schrunden ergänzen das Menü.
Ich will nicht kompliziert und wissenschaftlich sein und nenne nur das Resultat meiner Überlegungen – wer will, kann auch die ganze logische Kette nachlesen, nach dieser Zusammenfassung. Sie ist lange und mühsam. (Wenn ich sie nicht in meinem Archiv gefunden hätte, wären manche Teile davon schon aus meinem bewussten Gedächtnis ins Unterbewusstsein gefallen.)
- Ohne Sinn, ohne zusammenhängendes Erklärungsgebäude für die Welt kann kein denkender Mensch leben.
- Der Intellekt reicht zur Darstellung eines solchen Gebäudes nicht aus und wird auch nie ausreichen.
- Ein individuelles fassbares Ziel für den Menschen gibt es nicht in befriedigender Weise, weil er ein Gemeinschaftswesen in der Familie der Lebewesen ist. Dort ist er entstanden, dort und daran haben sich seine Sinne geschärft und entwickelt. Die Natur ist nicht zielgerichtet, sondern ursachenbestimmt. Der Begriff „Sinn“ ist menschlich, endlich und hat in der Natur keine wirkliche Entsprechung.
- „Sinn“ in der (für mich) tiefsten Bedeutung macht daher das, was dem Leben insgesamt maximal nützt, was den Gesetzen der Evolution optimal entspricht.
Das oberste Gute, die Basis allen Ethos
Nütze dem Leben insgesamt und der Freude,
ohne irgendetwas oder irgendjemanden ungerecht zu beschädigen
Das ist mein –
Nulltes Gebot.
Zehn Gebote sind zu viel, zumindest für mich. Fünf oder sechs genügen, aber das wichtigste steht nicht in der Bibel: Nütze dem Leben und der Freude. Das zweitwichtigste: Sei wahrhaftig und gehorche Deinem Instinkt für Anstand.
In der beruflichen Praxis….
Auf der Kurzstrecke ist der Gauner schwer zu schlagen. Im beruflichen Marathon jedoch siegt fast unfehlbar der Zuverlässige, Anständige, Echte. Man fühlt sich in Befolgung dieser Maxime derzeit zwar manchmal wie ein Geisterfahrer, aber das wird sich bald wieder ändern.
Kann man mit Anstand Geld verdienen?

Man kann als anständiger Mensch sehr viel Geld verdienen, wenn man nicht dumm, faul oder naiv ist und dieses Geld nicht leicht und schnell, sondern mit ehrlicher, ständiger, effizienter Arbeit – in welcher Branche auch immer – verdienen will. Naivität ist nicht gleich Anstand, und ein bisschen List ist nicht verboten, wenn sie nicht Tücke ist. Es ist sehr schwer, komplexe Situationen mit Anstand zu bestehen – doch die wirklichen Profis zeichnen sich gerade dadurch aus. Es gibt herausragende Beispiel, wie man mit Arbeit und Erfindungsreichtum wohlhabend wurde.
- Thomas Edison verdiente mit seinen Erfindungen und deren Vermarktung Millionen.
- Henry Ford revolutionierte die Automobilproduktion und wurde einer der reichsten Industriellen seiner Zeit.
- Ingvar Kamprad baute aus einem kleinen Versandhandel den Möbelkonzern IKEA auf.
- Steve Jobs schuf mit innovativen Produkten ein Milliardenunternehmen. Bill Gates – entwickelte Software und baute Microsoft auf.
Sam Walton begann mit einem einzelnen Geschäft und schuf den größten Einzelhändler der Welt.
Auch viele Österreicher können sich sehen lassen….
- Dietrich Mateschitz baute Red Bull zu einer der weltweit erfolgreichsten Getränkemarken auf und wurde zeitweise der reichste Österreicher.
- Gaston Glock entwickelte die Glock-Pistole und machte sein Unternehmen zu einem Weltmarktführer.
- Wolfgang Leitner – führte den Maschinenbaukonzern Andritz zu internationalem Erfolg.
Haben die eingesperrten oder vor der Einlochung stehenden Österreicher die uns noch vor drei Jahren, mit dem Whiskyglas in der Hand heimlich, verlacht haben, wenn wir uns abmühten, jetzt von ihrem mit vermeintlicher Schläue ergaunerten Geld wirklich etwas ?

- Karl-Heinz Grasser, einst Minister, nun wegen Untreue und Geschenkannahme verurteilt, in Privatkonkurs und mit Fußfessel unterwegs,
- Rene Benko, Gründer der Signa-Gruppe, zahlreiche Verfahrenb sind anhängig über eine strafrechtliche Schuld ist noch nicht rechtskräftig entschieden
- Martin Pucher, ehem. Vorstand der Commerzialbank Mattersburg; wegen schweren Betrugs und Untreue zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Ohne persönliches Ethos – wie immer es im Detail aussieht, wenn es nur dem Nullten Gebot gehorcht – ist alles nichts. Geld und Erfolg haben nur Wert, wenn man sie in einem breiteren Umfeld genießen und sich daran erfreuen kann. An sich und isoliert sind sie nichts wert oder sogar eine Last. Daher – ohne Anstand und ethischen Rückhalt hat es keinen Sinn, sich zu plagen: Man kann sich der Früchte nachher – irgendwann – nicht mehr erfreuen.
Und wozu dann das Ganze?
