
Was verbindet Donald Trump, die NATO und Wolodymyr Selenskyj mit den Wikingerbanden, die vom 8.–11. Jahrhundert in England und Frankreich „Danegeld“ erpressten? Was hat das alles mit den heutigen Rüstungskonzernen zu tun?
Das Geschäftsmodell der nordischen Piraten wurde oft kopiert. Die chinesischen „Triaden“, gegründet im 17. Jahrhundert als Widerstandsgruppen gegen die Qing-Dynastie, entwickelten Schutzgelderpressung zu einem globalen Unternehmenskonzept. Mafia, Cosa Nostra und Ndrangheta sind für jeden von uns bekannte Begriffe.

Ein bewährtes Modell wird wiederholt
Zurück zur Gegenwart: Die eingangs Erwähnten- Trump, NATO und Selenskyj- haben sich das Modell zu eigen gemacht, um einen ganzen Kontinent zu erpressen. Donald Trump droht der EU, den nuklearen US-Schutzschirm über Europa abzuziehen, wenn man nicht gehorsam sagenhafte Zölle in Kauf nimmt, sündteures Frackinggas aus den USA bezieht und wichtige Teile der Produktion in die USA verlagert. Die Präsidentin der Union ist eingeknickt und hat–nach Expertenmeinung völlig undurchführbare- Maßnahmen lächelnd abgenickt.

Der Generalsekretär der NATO wiederum malt bei jeder Gelegenheit einen unmittelbar bevorstehenden Überfall der Russen auf ein weiteres europäisches Land an die Wand. Die willfährigen Verteidigungsminister der EU-Staaten stimmen in das Kriegsgeschrei ein, verängstigen die Bevölkerung und klopfen sie für die Erpressung, zig Milliarden für Rüstung auszugeben, weich. Der ukrainische Präsident wird ebenfalls nicht müde, diese schaurigen Prophezeiungen zu unterstützen. Er fordert rund um die Uhr weitere Milliarden (….die man sodann in beträchtlichem Maße zum späteren Nutz und Frommen seiner Kumpane ins Ausland verschiebt).
Geldnot: Auch „Freunde“ werden erpresst.
Am 28. Februar 2025 wurde der ukrainische Präsident von Trump, umgeben von seiner Gang, vor der gesamten Weltöffentlichkeit gedemütigt. Trump wollte ein Schutzgeld in der Höhe der Hälfte der Bodenschätze der Ukraine erpressen. Dies gelang später, nachdem er die Ukraine vom amerikanischen Radarsystem abgekoppelt hatte. Dies zeigt zweierlei: Zum einen, wie skrupellos Trump bereit ist, vorzugehen, und dass er dringendst Geld braucht: (Die Staatsschulden der USA betragen 38 Billionen US-Dollar, 125 %, % des BIP.)

Es kommt noch dicker: Staatsschulden der USA sollen auf 100 Jahre erstreckt werden. Damit werden vertrauensselige Geldgeber unvermutet zur Kasse gebeten und ihres Kapitals beraubt. „Wer unter dem militärischen und ökonomischen Schutzschirm der USA leben will, muss bei der Umstrukturierung der amerikanischen Staatsschuld mithelfen“. Das Konzept hierzu, der „Mar-a-Lago Accord“, wurde von Stephen Miran, dem Vorsitzenden des Council of Economic Advisers, entwickelt.
Die Opfer finanzieren die Erpresser

Dieses besonders perfide Merkmal der Schutzgelderpressung ist, dass die Bedrohung oft erst durch die Erpresser selbst geschaffen oder inszeniert wird – oder dass sie vorgeschobene, nicht existente Gefahren als Vorwand nutzen. Das Opfer glaubt, es zahle für echten Schutz, während es in Wirklichkeit die Quelle der Gefahr finanziert. Ein erfolgreiches Beispiel dafür war Al Capones „Chicago Outfit“. Er gründete gefälschte Gewerkschaften, die Streiks androhten – die sie selbst organisierten. Der Streik war nie echt, nur ein Druckmittel, um Schutzgeld zu erpressen.
Hereingefallen
Die großteils herbeigeredete „Gefahr aus dem Osten“ hat eine Reihe von hoffnungsfrohen Profiteuren und internationalen Aasgeiern auf die Idee gebracht, diese jahrhundertelang erprobten Methoden auf Europa insgesamt anzuwenden. In bewährter Manier scheint man auf all dies, tumb, gehorsam und mit teils sehr eigensüchtigen Motiven, hereinzufallen. Die sündteure Rechnung zahlen wir alle.
Quellen: Hans-Werner Sinn; Trump, Putin und die Vereinigten Staaten von Europa
Stephen Miran; A User’s Guide to Restructuring the global Trading System

Eine Antwort
Auch das neueste Buch von H.-W- Sinn ist lesenswert. Vor allem auch wegen der Geschichte im Zusammenhang wie Helmut Kohl von den Franzosen beginnend mit Mitterand erpresst wurde um die D-Mark( Mitterand ; Die deutsche Atombombe“) aufzugeben und dem windigen Maastricht-Vertrag zuzustimmen. Dessen wichtigste Bestimmung war, dass der Euro so stabil wie die D-Mark sein müsste. Das wurde dann 15 Jahre später vertragswidrig ohne parlamentarische Behandlung durch den von den inflationsfreudigen EU-Südstaatlern im EZB-Rat mit dem EuGH eliminiert. Dass sich die Dame Merkel da nicht dagegen wehrte verwundert den kritischen Betrachter ihrer unglückseligen Kanzlerschaft nicht mehr. Sie „tauschte“ mit dem Franzosen Holland die unglückselige deutsche Kriegsministerin (:-))) Von der Leyen – als EU-Kommissionspräsidentin die inflationsfreudigere Französin Christine Lagarde zur EZB-Chefin ein. Dass Mitterand die gegen den Maastricht-Vertrag opponierenden französischen Veteranenvertreter mit der Bemerkung beruhigte, dieser Vertrag sei für Frankreich besser als „Versailles“ (das „Friedensdiktat“ gegen Deutschland nach dem 1. Weltkrieg) konnte man bei Sinn schon zuvor in dem Folianten „Der Euro – Von de Friedensidee zum Zankapfel“ lesen.