Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd´ich nun nicht los!

Hektik in Europa

Das ist der Eindruck, den die hektisch durcheinanderwuselnden, von einem Krisengespräch zum anderen jettenden EU- Krieger hinterlassen. Während der abgebrühte Fuchs in Washington längst erkannt hat, dass das von seinen Vorgängern seit 1990 betriebene böse Spiel um die Ukraine verloren ist, hecheln die betrogenen, im Stich gelassenen Europäer einem Phantom nach. Der immer wieder vollmundig versprochene, mit dem Mute der Unwissenheit und mindestens 200 Milliarden Bürgergeld finanzierte angebliche Sieg über den Leibhaftigen in Moskau hat sich als veritable Katastrophe für die geschundenen Ukrainer und die von den USA verlassenen Europäer verwandelt.

Von den USA verlassen

Seit Donald Trump das Heft in die Hand nahm, ist alles anders geworden. Europa ist nicht mehr, wie früher, ein Freund und Verbündeter, sondern ein Objekt von Geschäften, unter dem Oberbegriff „America first!“ Man erhebt Zölle, kritisiert die EU als undemokratisches bürokratisches Monster und bezweifelt, ob hierzulande überhaupt noch demokratische Verhältnisse herrschen und Europa noch eine westliche Zukunft hat.

Als Donald Trump erkannte, dass die Ukraine- Politik seiner Vorgänger, begonnen unter Bush, fortgesetzt und verfestigt durch Obama und letztendlich „Sleepy“ Joe Biden, ein katastrophaler Fehlschlag war, verließ er das sinkende Schiff. In einer legendär gewordenen Kopfwäsche für den verdutzten Ukraine-Präsidenten. Im Weißen Haus offenbarte er seine tief sitzende Skepsis und erklärte sich zum Fahnenträger eines Friedens, weitestgehend ohne Rücksicht auf die Anliegen und Kriegsziele seiner Vorgänger und des ukrainischen Präsidenten. „Er (Selenskij) muss sich jetzt endlich zusammenreißen und „die Dinge akzeptieren“, antwortete Trump auf die Frage nach einer möglichen Frist, innerhalb derer der diskutierte US-Friedensplan zu akzeptieren wäre.

Europa verzögert den Friedensschluss

Damit unterscheidet er sich grundsätzlich von den verdatterten Möchtegern-Helden in den europäischen Hauptstädten. Allwöchentlich findet Sitzungen mit Selenskyj statt, anlässlich derer zusätzliche Bedingungen festgeschrieben werden, von denen alle Welt weiß, dass sie von den Russen niemals akzeptiert würden. Mit jedem Tag verliert die Ukraine an der Front Terrain, jeder versäumte Tag bringt weitere Verluste an Menschenleben, Zerstörungen und Gebietseinbußen. All das wird, für jeden klar denkenden Bürger völlig unverständlich, von höchsten Politikern in Europa und den meisten eilfertigen medialen Kommentatoren ignoriert.

Hochriskante Haftungen

Als vorläufiger Höhepunkt der Verrücktheiten will man nun die auf europäischen Konten eingefrorenen Guthaben Russlands zur Weiterfinanzierung des Krieges nutzen. Die enormen Risiken für ein (zu erwartendes) Platzen dieses hochriskanten Experiments sollen auf anteilig alle EU-Staaten verteilt werden. Österreich müsste dabei eine Haftung für 5,5 Milliarden Euro übernehmen – fast soviel, wie in einem Jahr für das Bundes- Sozialbudget vorgesehen ist,

Die Schuld wird im Kreis herumgeschoben

Die Panikreaktionen aus Brüssel, Berlin, Paris, London usw. haben eine gemeinsame Ursache: Die Furcht vor den politischen Konsequenzen der unaufhaltsam herannahenden Niederlage. Wie einst Hitler im Führerbunker unter der Reichskanzlei mauert man sich in einem erdachten Gespinst aus Selbstbetrug und Wunschträumen ein und hofft darauf, sich noch aus der Verantwortung für die herannahende Katastrophe herauslügen zu können. Die Suche nach den Schuldigen hat insgeheim längst begonnen und wird in den kommenden Monaten immer mehr auf offener Bühne ausgetragen werden. Bei nüchterner Betrachtung liegen die Verhältnisse allerdings klar zutage.

Die Ursachen der Katastrophe

Seit der Jahrtausendwende unternahm die NATO unter Führung der USA alles, um ihren militärischen Einflussbereich immer näher an die Grenzen der Russischen Föderation heranzutreiben, flankiert von CIA-Aktionen und der Installation von USA-freundlichen Marionettenregierungen. Mit NATO-Manövern in der Westukraine trieb man die Provokationen Moskaus auf die Spitze- entgegen den Warnungen vieler Wissender, sogar aus den Kreisen amerikanischer Geheimdienste. Gefördert wurden all diese Torheiten von Brüssel und der unglückseligen deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem Briten Boris Johnson. Auch unser Herr Bundespräsident gesellte sich zu den Kriegshelden par distance.

Die Suche nach den Schuldigen

Nun ist guter Rat teuer. Ohne Zweifel wird sich jedermann fragen, warum sich keiner aus der europäischen und nationalen Obrigkeit rechtzeitig gegen diesen spätestens seit 2022 offensichtlichen Wahnsinn gestellt hat. Einige, wie Viktor Orban, Robert Fico und Andrej Babiš taten dies und werden seither als Verräter am EU-Gedanken und abtrünnige „Russenfreunde“ gebrandmarkt. Neulich zählt Donald Trump auch Österreich zu diesen Dissidenten. Wer wird die Rolle des Sündenbocks übernehmen müssen?

Es wird ein schauriges Schauspiel abgeben, wenn die Szene in Europa zum Tribunal wird. Unwillkürlich denkt man da an Friedrich Schiller:

Wen trifft „der Rache Strahl?“

…..Umsonst- der schreckensbleiche Mund
Macht schnell die Schuldbewussten kund.
Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
Die Szene wird zum Tribunal,
Und es gestehn die Bösewichter,
Getroffen von der Rache Strahl.
(aus: „Die Kraniche des Ibykus.“)

So dramatisch wird’s nicht werden, und von Geständnissen ist man weit entfernt. Der Rache Strahl aber wird eindrucksvoll herniederfahren.