To whom it may concern

Wer kennt sie nicht, die di­ver­sen Botschaf­ten: Unter­nehmen, Parteien und Regierungen müs­sen sich wei­terentwic­keln, innovativ sein. Bisweilen müssen sie tiefgreifend umstruk­tu­riert werden, wenn sich die Welt rundum verändert- und das geschieht immer schneller. Na­türlich soll  da­bei kein Chaos aus­brechen. Wenn sich die Rand­bedin­gungen schnell ändern, große Struktur­wan­del zu be­wältigen sind, passie­rt es allerdings oft, dass chaotische Zu­stände eintre­ten.

Was ist Chaos?

Unter Chaos versteht man einen Zustand, welchem keine gültigen Regeln existieren und die Geschehnisse unvorhersehbar und unbeherrschbar ablaufen- in dem keine klar erkennbare Struktur besteht.

Überraschungen im Chaos

In kom­ple­xen Pro­blem­si­tuationen können mit einem mal völlig  neue, un­vorhersehbare Zu­stände ein­treten , die von scheinbar  unwichtigen Ne­ben­sächlichkeiten  ausge­hen. Beispiele: Rück­kopp­lung, Tur­bu­lenz, krampfartige Zu­stände, alle Arten von „Teufelskreisen“ und, in schlimmsten Fällen,  deren Verknüp­fung. In Un­terneh­men und Parteien können diese Ef­fekte ebenfalls auftre­ten. Wer kennt nicht den pein­vollen Zu­stand, wenn die Dinge der Kontrolle zu ent­gleiten scheinen, selbst­verständli­che Routinen ver­sagen, der Blutdruck- Durch­schnitt des Unterneh­mens oder Parteivolks um fünfzehn Punkte steigt!

Faustregeln

  • Hüte Dich vor Mehr­fron­ten­-Kriegen;
  • Plane Projekte nicht nur in sich individuell und linear, sondern auch in ihren möglichen wechselseitigen Beeinflussungen:
  • Bring nie mehr als 5% an Führungskräften plötzlich von außen;
  • Lasse keinen Ent­schei­dungsstau zu;
  • Sorge für Klarheit und Optimis­mus;
  • Bleibe trans­pa­rent und berechen­bar.

Das Wichtigste

Lasse es nie soweit kom­men, dass die Missstände an allen Ecken und Enden sichtbar werden. Dann ist es zu spät, und du stehst vor zehn neuen Fron­ten, inmitten von Chaos. Dann kannst du nur mehr mit Ein­schränkungen der Kreativ­spielräume und diktatori­schen Maß­nahmen überle­ben, und mit einem begab­ten Kri­senmanager, der du selbst meist nicht bist. Ent­wickle dein Unter­neh­men, die Partei, die dir anvertraut ist – oder gar den Staat – wie ein Gärtner sein Reich- lang­sam, unablässig, har­mo­nisch. Reiße das Un­kraut rechtzeitig aus.

Sei ein Gärtner

In einem gut ge­pfleg­ten Garten wird es nie einen un­be­herrschba­ren Kipp­zustand ge­ben, auch nicht nach Dürre oder Dauerregen.