Ein Tauchgang in die Seele

Ganz tief unten, dort, wohin unser Denken niemals reicht, lagert eine Schicht von ineinander verknäuelten Gefühlen,  Hoffnungen, Begierden, Hemmungen und Ängsten. Davon ernähren sich die feinen Wurzeln der nächsten Ebene: Erinnerungen, Erfahrungen, antrainierte Sicht – und Verhaltensweisen, Blitze von schon Erlebtem, Ansätze zu Entscheidungen und Entschlüssen. Weiter oben fließt das schon klarere Gewässer von Überzeugungen, Betrachtungen, Entscheidungen und Vorbereitungen von Taten.

All diese Schichten, könnte man sie einfärben, würden in einem bunten Reigen farbiger Schlieren durcheinanderwirbeln. Eine dieser Farben markiert die Angst.

Angst zieht sich durch alle Ebenen.

Allzu viel ist ungesund- das gilt auch für die Angst. Ohne sie, einerseits,  ist Überleben unmöglich; sie garantiert, dass angeborene oder selbst erlebte „Erfahrungen“ rechtzeitig warnen, bevor schlimme Folgen eintreten. Zuviel Angst, andererseits, lähmt und macht handlungsunfähig. Die Urängste vor dem Abgrund, der Finsternis, dem Verlassensein und dem Tod sind schon lange vor der Menschwerdung entstanden. Andere wiederum fußen auf Erfahrungen aus der Lebensspanne des Einzelnen – „das gebrannte Kind scheut das Feuer“.

Man sollte meinen, vor allem und jedem Angst haben zu müssen: Auf praktisch jedem Gebiet stoßen einem Negativerlebnisse zu – beim Laufen, Lernen, Autofahren, im Beruf, in Beziehungen, mit Geld usw. Diesen stehen jedoch viele Erfolgserlebnisse gegenüber, sodass der Gegenspieler der Angst wächst: Mut, der es ermöglicht, Risiken einzugehen. Mut ist die Kraft zum Handeln im Bewusstsein des Risikos.

Um selbst gesteckte Ziele zu erreichen, braucht es eine gehörige Portion davon. Erfolg haben daher jene, die mit ihrer Angst umgehen können: seien es nun Bergsteiger, Unternehmer, Literaten, Ärzte oder Pädagoginnen – wir alle eben. Tapferkeit aber will gelernt und geübt sein. Wer nicht oft und oft als Kind die Dunkelheit ertragen musste, kann leicht ein Leben lang davor Angst haben. Der Dachdecker lernt, mit der Höhe umzugehen, die Ärztin mit der Hinfälligkeit und den irritierenden Schmerzen ihrer Patienten, der Unternehmer mit der Unberechenbarkeit seines Umfeldes.

Viele Menschen haben heutzutage Angst vor der Zukunft, dem Umlernen, dem Arbeitsplatzverlust, obwohl bei uns unvergleichlich bessere Verhältnisse als in anderen Weltgegenden herrschen. Mir scheint, der Grund dafür liegt nicht zuletzt darin, dass man uns ein Leben lang umsorgt, in Krisenlagen aufgefangen und uns fast alle Existenzrisken erspart hat.  Nun, da die Zeiten wieder schwieriger werden, trauen wir unseren unerprobten Fähigkeiten nicht – Angst geht um. In Wirklichkeit können wir aber viel, viel mehr schaffen, als wir uns zutrauen.  Wir wissen es nur nicht. Man gab uns zu wenig Gelegenheit, Zivilcourage zu trainieren. Angst zieht sich durch alle Ebenen.

Ein Wechselspiel

Auf praktisch jedem Gebiet begegnet man Negativerlebnissen- beim Autofahren, im Beruf, in Beziehungen, beim Lesen der Zeitungen und den Nachrichten im ORF. Gerade in den letzten Jahren häufen sich besorgniserregende Erfahrungen: Krieg, Hitze, Enttäuschungen durch hilflose oder bösartige Obrigkeiten. Diesen Schrecken stehen gottseidank auch viele Erfolgserlebnisse gegenüber, sodass der Gegenspieler der Angst wächst: Mut, der es ermöglicht, Risken einzugehen. Mut ist die Kraft zum Handeln, im Bewusstsein des Risikos.

Ohne Mut, Ziele und Entschlusskraft kein Erfolg

Um selbst gesteckte Ziele zu erreichen, braucht es eine gehörige Portion davon. Erfolg haben jene, die auch mit Angst umgehen können: seien es nun Bergsteiger, Unternehmer, Literaten, Ärzte, Pädagoginnen und Menschen wie wir alle. Tapferkeit aber will gelernt und geübt sein. Wer nicht oft und oft als Kind die Dunkelheit ertragen musste, kann leicht ein Leben lang davor Angst haben. Der Dachdecker lernt, mit der Höhe umzugehen, die Ärztin mit der Hinfälligkeit und den irritierenden Schmerzen ihrer Patienten, der Unternehmer mit der Unberechenbarkeit seines Umfeldes.

Aller Anfang ist schwer – aber er tut ungemein gut,

Man gab uns zu wenig Gelegenheit, Zivilcourage zu trainieren. Anfangen- womit auch immer- verlangt Selbstüberwindung. Hat man einmal damit begonnen, erleichtert es ungemein.

Es ist höchste Zeit, damit wacker zu beginnen.