Die CDU geht den Bach hinunter.

Gleich drei Geister befreite der unglückselige deutsche Kanzler aus der Flasche: In Mecklenburg-Vorpommern entwich der blaue Dschinn AfD, die Brandmauer elegant überspringend. In Berlin dampften sogar zwei Gespenster aus dem verfemten Gefäß: Mit den Linken und deren Häuptlingsfrau, Elif Eralp, drängten jetzt Kommunisten, Zugewanderte, islamische Extremisten und Antisemiten den CDU–Bürgermeister und evangelischen Christen Kai Wegner aus dem Roten Rathaus. Nach diesem Meisterwerk der Staatskunst versprach Friedrich Merz sogleich hoch und heilig, das begonnene Zerstörungswerk hurtig und kraftvoll zu vollenden. Seine Agenda wickelt Merz ab wie ein größenwahnsinniges Genie, dem absolute Narrenfreiheit gewährt wurde. Die SPD wiederum lässt sich mit minimalen Zugeständnissen in den Todesmarsch einspannen. In den Medien herrscht höchste Konfusion.

Die Fehler der Arrogantsia

Wie konnte es geschehen, dass binnen weniger Jahre die zwei großen Volksparteien in Deutschland so massiv an Wählergunst verloren? Dass an beiden Seiten der abmagernden Mitte neue Parteien, wie die AfD heranwuchsen und längst im politischen Ausgedinge gelandete – Die Linke, Nachfolgepartei von Mauerbauer Ulbrichts SED- wieder erstarkten?

Die Quelle all der Übel aber war Angela Merkel, die einstige „Mutti“ aller Deutschen. Sie war es, die mit dem Schlachtruf „Wir schaffen das!“ Millionen kulturfremden Zuwanderern ohne jede Kontrolle die Tore öffnete. Sie war es, welche den mit Hunderten Milliarden errichteten AKWs panikhaft den Todesstoß versetzte und damit Deutschlands nationale Energieversorgung zerstörte. Sie war es, die gemeinsam mit François Hollande, Petro Poroschenko und Wladimir Putin das Minsker Abkommen von 2015 mit aushandelte und mit ihrer Verzögerungstaktik einen Friedensschluss zwischen Ukraine und Russland vereitelte. Trotz einer der wenigen Positiva ihrer Regentschaft- der Demütigung des maßlos ehrgeizigen damaligen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz- zog dieser wie Phönix aus der Asche 2025 ins Kanzleramt in Berlin ein und setze das Zerstörungswerk seiner einstigen Chefin mit doppelter Intensität fort.

Opfer der Arroganz

Nach Angela Merkel regierte Kanzler Olaf Scholz, glücklos und bereits vergessen. Schon vor dessen Amtszeit begann die Alternative für Deutschland (AfD) langsam zu erstarken. Die Parole von der „Brandmauer“ sollte verhindern, dass keine der drei traditionellen deutschen Parteien- CDU/CSU, SPD und FDP- in irgendeiner Weise mit der AfD zusammenarbeiten oder gar eine Regierung bilden solle.

Dennoch, oder gerade deswegen legten die nimmermüden Blauen Jahr um Jahr zu. Die etablierten Parteien aber verschlossen blasiert die Augen vor dem zunehmenden Unbehagen der Bürger und schrieben es der Empörung und dem Zorn frustrierter Ewiggestriger zu. Damit entpuppten sie sich in den Augen einer immer größeren Mehrheit als arrogante Subjekte, die sich überheblich über offenkundige Sorgen und Nöte des Volks hinwegsetzten.

Die Summe aus vielen Ärgernissen- unkontrollierte Zuwanderung, Teuerung, Energiekrise, Erosion der Industrie, vorbehaltlose Unterordnung unter diktatorische Anweisungen aus Brüssel, riesige Geldmittel für den Ukrainekrieg und die Enttäuschung über die Regierungsarbeit – das war der Treibstoff für die Rechten in Deutschland.

Berlin baut Ulbrichts Mauer neu

Parallel dazu nahm am linken Rand der Protest ebenfalls zu. Die partnerschaftliche Abstimmung von Union und AfD über einen Migrationsantrag Ende Januar 2025 – ein Riss in der Brandmauer- löste Protest aus. Gleichzeitig warb die Linke in Berlin mit bezahlbaren Mieten und niedrigeren Lebenshaltungskosten und der Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Mit diesen Parolen gewann sie die Wahl.

„Dass sich eine Partei anschickt, hier in Berlin Enteignungen das Wort zu reden, die Antisemitismus offen lebt und organisierte Kriminalität fröhlich auf Wahlpartys begrüßt, ist nicht nur gefährlich für die Hauptstadt, sondern für den Investitionsstandort Deutschland: Weil wir Kapital und internationale Investoren brauchen und sie nicht abschrecken dürfen. Und weil wir nicht an den Grundfesten unserer sozialen Marktwirtschaft, nämlich dem Schutz von Privateigentum, rütteln dürfen. Deshalb darf diese Partei in Berlin nicht an die Macht kommen.“

So Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz. Diese Erkenntnis kommt zu spät: Die Linke wurde stärkste Partei in Berlin.

Mehr vom Gleichen

Merz setzte alldem nichts entgegen als arrogante Nichtbeachtung, ja sogar Hohn. Das Resultat liegt jetzt auf dem Tisch und wurde von ihm selbst mit dem richtigen Wort charakterisiert:

„Das ist ein Desaster!“

Mein Rat an die CDU wäre gewesen: „Wenn dein Pferd tot ist, steig ab“. Zum allgemeinen Erstaunen trat der unglückliche Kanzler aber nicht zurück, sondern versprach mit dem Mute der Verzweiflung am Abend nach den katastrophalen Wahlen, seinen bisherigen Einsatz unverändert zu verdoppeln.

Währenddessen wird in Berlin die Mauer aus der SED- Zeit virtuell wieder aufgebaut. Sie wird die Bundeshauptstadt Deutschlands vom Rest des Landes trennen- per ethnische Zusammensetzung, Religion und politische Gesinnung.