Vor zwei Wochen hat Sachsen-Anhalt gewählt. Das Ergebnis sandte Schockwellen quer durch Europa. Gestern schickten die Bürger Mecklenburg-Vorpommerns und Berlins den Kanzler aller Deutschen politisch ins Ausgedinge: Seine Partei flog aus dem Landtag, der CDU- Bürgermeister der Bundeshauptstadt wurde abgewählt.

Ankündigungsriese – Umsetzungszwerg

Ganz Europa war, nachdem der Bundestag in Berlin 2025 Friedrich Merz zum Kanzler gewählt hatten, erleichtert, den „Starken Mann Deutschland“ als Bürge, Zahler und Krieger mit einem Transatlantiker an der an der Spitze Europas zu wissen. Die Ernüchterung kam schnell und in Sturzbächen: Kanzler Merz ist in nur 16 Monaten zu dem geschrumpft, was man in den USA einen „Dead Man Walking“, einen zum (diesfalls politischen) Tode Verurteilten nennt. Er begann seine Laufbahn mit markigen Worten:

„Links ist vorbei!“
„Deutschland braucht einen Politikwechsel!“
„Putin muss besiegt werden!“

Schuldenbremse, wirtschaftlicher Aufschwung und Migrationswende wurden versprochen. Im Wahlkampf kündigte Merz vollmundig an, Putin ein 24-Stunden-Ultimatum zu stellen und Taurus-Marschflugkörper einzusetzen. Ein paar Monate später: Taurus wurde nicht geliefert, das Ultimatum verschwand, der starke Mann schrumpfte zum Umsetzungszwerg.

Es folgte wirtschaftliche Stagnation und Streit in der Koalition. Nach der verheerenden Niederlage seiner CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern landete Merz kleinlaut bei dem Eingeständnis:

„Das ist ein Desaster.“

Kann man ohne Geld Krieg führen?

Die Staatsschulden der zehn größten EU-Volkswirtschaften summieren sich auf rund 13,6 Billionen Euro. Die gemeinsame Schuldenquote liegt bei 86 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – weit über der im Maastricht- Obergrenze von 60 Prozent.

Für die Unterstützung und Bewaffnung der Ukraine haben die EU und ihre Mitgliedstaaten bisher rund 187,3 Milliarden Euro mobilisiert oder zugesagt. Einschließlich des neuen 90-Milliarden-Euro-Kredits steigt die Gesamtsumme auf etwa 277 Milliarden Euro – rund zwei Prozent der gesamten Staatsschulden der zehn größten EU-Volkswirtschaften.

Der Wiederaufbau der Ukraine

Die Kosten des Wiederaufbaus der Ukraine werden bereits heute auf mindestens 500 Milliarden Euro geschätzt. Übernähme Europa mangels anderer Geldgeber den größten Teil der Kosten, könnten daraus 40 bis 50 Milliarden Euro jährlich und ein zusätzlicher Schuldenanstieg von drei bis vier Prozent werden – die laufenden Kosten für Waffen, Budgethilfe und Flüchtlinge nicht eingerechnet

Der geplante Höllenritt

Diese erschütternden Zahlen werden uns von den wackeren Couch-Kriegern, auch jenen in der Hofburg und im Kanzleramt, schamhaft vorenthalten. Dennoch wittert der gepeinigte Bürger den üblen Braten und lehnt sich, wie die Ergebnisse aus den Wahlzellen und Umfragen schonungslos zeigen, gegen diesen Wahnsinnskurs auf. Dessen Verfechter freilich- ob in Brüssel, Berlin, Paris, London oder Wien, torkeln rat- und tatenlos ihrem unheilschwangeren politischen Untergang entgegen.