In meinem letzten Beitrag habe ich geschildert, was derzeit unser aller Leben beeinflusst: Teuerung, Energie- und Industriekrise, Schulden über Schulden, Sparpakete usw. Staatsverschuldung, Bürokratie, Standortpolitik und Reformstau sind teilweise hausgemacht, der große Rest sind die Folgen dessen, was von außen her in unser kleines Land hereingetragen wurde und von uns unbeeinflussbar ist.
Was geschehen wird

Sowohl der etwa binnen Jahresfrist zu erwartende vorläufige Ausgang der Ukraine- Krise als auch die Lage im Nahen Osten werden eine unstabile, jederzeit wieder zum Aufflammen neigende Situation hinterlassen.
Die BRICS-Staaten stabilisieren ihre Gegenposition zu den USA weiter stabilisieren und den Weg zu einer multipolaren Weltordnung fortsetzen.
Donald Trump ist ab 20. Januar 2029 Geschichte. Ob es die EU in ihren heutigen Form in fünf Jahren noch geben wird, und was danach geschieht- das alles steht in den Sternen.
Was tun?
Wann werden die Folgen dieser einander verstärkenden Übel auch mich und meine Familie in unserer bislang fast heilen Welt erreichen? Und was können wir tun, um uns dagegen zu schützen?
Für uns alle, ob jung oder alt, gilt der Grundsatz des Wildwasserfahrers:
„Übe die Eskimorolle, lange bevor du kopfunter dahinschwimmst!“
Meine Ratschläge dazu gliedern sich in zwei große Bereiche und verteilen sich auf alt, jung und ganz jung.
Die immaterielle Seite

Für alle, ob jung oder alt, gilt…..
- Zusammenhalt, Familiensinn und Freundschaften pflegen.
- Aufgeschlossen und aufmerksam bleiben.
- Nichts ungeprüft glauben – nicht grundsätzlich alles für Lüge halten.
- Anständig sein, ohne vertrauensselig oder naiv zu werden.
- Lernen, solange man lebt.
- Veränderungen nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Aufforderung zur Anpassung verstehen.
- Gelassenheit üben und sich nicht von jeder neuen Schreckensmeldung in Aufregung versetzen lassen.
- Körperliche und seelische Gesundheit pflegen.
- Praktische Fähigkeiten erwerben und erhalten: Kochen, Reparieren, Improvisieren, Erste Hilfe leisten und auch einige Zeit ohne digitale Helfer auskommen.
- Streit innerhalb der Familie rechtzeitig klären. In schwierigen Zeiten ist Zusammenhalt wichtiger als das letzte Wort.
Die materielle Seite

a) Ausbildung und Beruf
- Möglichst breite Allgemeinbildung erwerben, bevor man sich spezialisiert.
- Darauf achten, dass Berufswunsch, Begabung und persönliche Interessen einigermaßen miteinander harmonieren.
- Berufe und Fähigkeiten bevorzugen, die menschliches Urteilsvermögen, Verantwortung, Kreativität, handwerkliches Können und/oder persönlichen Kontakt erfordern.
- Einen Beruf wählen, in dem man künstliche Intelligenz als Werkzeug einsetzen kann, ohne ihr das eigene Denken zu überlassen und der nicht durch sie ersetzbar ist.
- Die Möglichkeit eines Berufswechsels von Anfang an mitbedenken und übertragbare Kenntnisse erwerben.
- Nicht nur Einkommen und Aufstieg, sondern auch Sinn, Selbstständigkeit und Zufriedenheit im Beruf im Auge behalten.
- Fremdsprachen lernen und die Fähigkeit entwickeln, mit Menschen anderer Herkunft und Denkweise zusammenzuarbeiten.
- Berufliche Kenntnisse laufend erneuern, besonders im Umgang mit digitalen Werkzeugen und künstlicher Intelligenz.
- Verwertbare Fähigkeiten für ein zweites berufliches Standbein aufbauen.
b) Vorsorge und Kapitalaufbau

- Das eigene Anspruchsniveau und die laufenden Fixkosten nicht überdehnen.
- Schulden begrenzen und bei langfristigen Verpflichtungen einen ausreichenden Sicherheitsspielraum einplanen.
- Eine rasch verfügbare finanzielle Reserve für mehrere Monate aufbauen („Eichkatzerlkonto“).
- Größere Geldersparnisse nicht von einer einzigen Bank, Anlageform und Währung abhängig machen.
- Nur in Dinge investieren, deren Nutzen und Risiken man selbst einigermaßen versteht.
- Geldvermögen und sinnvolle Sachwerte ausgewogen verteilen.
- Versicherungen regelmäßig überprüfen: Was ist wirklich nötig, was fehlt und was ist überflüssig?
- Haus oder Wohnung widerstandsfähiger gegen Stromausfall, Hitze, Kälte, Starkregen und andere vorübergehende Störungen machen.
- Lebensmittel, Trinkwasser, wichtige Medikamente und Hygieneartikel für zehn bis vierzehn Tage bereithalten und regelmäßig erneuern.
- Taschenlampen, Batterien, ein batteriebetriebenes Radio, eine einfache Kochmöglichkeit, etwas Bargeld und eine gut ausgestattete Hausapotheke griffbereit halten.
- Krisenvorsorge vernünftig und maßvoll betreiben. Es geht nicht um das Horten riesiger Bestände, sondern um die Überbrückung begrenzter Ausfälle.
c) Gesundheit, Familie und Organisation

- Gesundheit ist wertvoller als Vermögen.
- Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und notwendige Behandlungen nicht unnötig aufschieben.
- Regelmäßig benötigte Medikamente rechtzeitig nachbeschaffen und eine aktuelle Medikamentenliste führen.
- Frühzeitig klären, wer älteren oder kranken Familienmitgliedern bei einem Stromausfall, Unwetter oder anderen Notfall hilft.
- Vollmachten, Patientenverfügungen und wichtige familiäre Angelegenheiten rechtzeitig und eindeutig regeln. Innerhalb der Familie besprechen, wer in einem Notfall welche Aufgabe übernimmt.
- Einen Treffpunkt und alternative Kontaktmöglichkeiten vereinbaren, falls Telefon und Internet zeitweise ausfallen.
- Mit Nachbarn Kontakt halten. In einer Krise können einander Menschen in unmittelbarer Nähe schnell helfen.
- Wichtige Telefonnummern ausdrucken.
- Ausweise, Versicherungsunterlagen, medizinische Informationen, Vollmachten und andere wichtige Dokumente geordnet aufbewahren.
- Von unersetzlichen Dokumenten und persönlichen Erinnerungen Sicherungskopien an sicheren Orten ablegen.
- Alarmistische Dauerberichterstattung meiden. Sie macht selten klüger, häufig aber ängstlicher und leichter lenkbar.
- Nicht jede Warnung glauben, aber auch nicht jede Gefahr verspotten.
- Künstliche Intelligenz als nützliches Werkzeug gebrauchen, ihre Aussagen aber ebenso kritisch prüfen wie jene eines Menschen oder Mediums.

Die Alten Tugenden werden wieder wichtiger
Die Jüngeren brauchen Halt in Tradition und Familie, Bildung, Beweglichkeit, und den Mut, neue Wege einzuschlagen.
Die mittlere Generation benötigt finanzielle Spielräume, belastbare Beziehungen und die Fähigkeit, Verantwortung für Kinder wie für Eltern zu übernehmen.
Die Älteren können Erfahrung, Zeit, Erinnerung und Urteilskraft beisteuern.
Keine Generation wird die kommenden unsicheren Zeiten für sich allein überstehen können. Vertrauen, Verlässlichkeit und ein tragfähiges menschliches Beziehungsnetz über alle Altersstufen hinweg wird wertvoller als Geld, Vorrat und Ausrüstung.
Außerdem…..vieles, wovor in den Jahrzehnten meines bisherigen Lebens mit Zittern und Zagen gewarnt wurde, ist am Ende nur halb so schlimm eingetroffen. Angesichts dessen, was sich heute am Horizont abzeichnet, wäre allerdings die Hälfte davon schon übergenug.
