Donald Trump hat es zum wiederholten Male getan: Er änderte seinen Kurs im Ukraine- Krieg mehrmals um 180 Grad. Einst demonstrierte er Nähe zu Präsident Selenskyj, dann demütigte er ihn öffentlich. Im September 2024 sprach er bei einem Treffen im Trump Tower noch von ihrem guten Verhältnis. Am 28. Februar 2025 warf er Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras vor, mit einem dritten Weltkrieg zu spielen: Aus Gunst war offene Konfrontation geworden.
Putin: Vom Freund zum Papiertiger und zurück
Trump traf am 15. August 2025 mit Wladimir Putin in Alaska zusammentraf und inszenierte sich als Staatsmann, der den Schlüssel zum Frieden in der Ukraine besäße. Unter dem roten Teppich aber blieb die entscheidende Frage unbeantwortet: Wie sollte der Krieg enden? Eine Vereinbarung über eine Waffenruhe kam nicht zustande. Danach änderte der unberechenbare Mann im Oval Office seinen Kurs erneut: Am 23. September 2025 erklärte er, die Ukraine könne sämtliche verlorenen Gebiete zurückgewinnen, und bezeichnete Russland als „Papiertiger“.

Am Öle hängt, zum Öle drängt doch alles1
Und nun die nächste Wendung: Am 9. Oktober 2026 verkündete Trump eine Vereinbarung mit Putin über russische Diesellieferungen für den amerikanischen und den weltweiten Markt. Kurz vor den amerikanischen Zwischenwahlen sollen die hohen Dieselpreise fallen. Fachleute bezweifeln dass die Maßnahme wirken wird: Das gesamte Paket deckt – sofern jede Tonne tatsächlich eintrifft – weniger als zwei Wochen des weltweiten Defizits ab. Die ersten 300.000 Tonnen decken davon etwa 18 Stunden ab.“
Russland hingegen profitiert von zusätzlichen Einnahmen, auch im Zusammenhang mit der Kriegsfinanzierung.
Zickzackkurs
Hinein in die Kartoffeln – heraus aus den Kartoffeln 2
Das scheint die Devise des irrlichternden Weltenherrschers zu sein. Für die Ukraine bedeutet dieser Zickzackkurs vor allem eines: Sie kann kaum noch einschätzen, auf welche amerikanischen Zusagen Verlass ist.
Das gilt auch für die nunmehr zutiefst düpierten Europäer, auf welche Trump längst die Kosten des einst von den USA angezettelten Ukraine – Konflikts3 abgewälzt hat. Sie werden noch tiefer in die Tasche greifen müssen, um ihre Versprechungen gegenüber Selenskyj einzuhalten. An diesen richtete Trump die vernichtende Botschaft:
„Ich denke, es ist Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu bekommen.“
Wer zahlt die offenen Rechnungen?

Aus Europa erschallt bisher nur ein beleidigtes und verwirrtes Murren. Eine gemeinsame europäische Antwort auf Trumps Forderung nach Selenskyjs Ablösung erfolgte bislang nicht. Es wird interessant werden, wie sich die bankrotten Kriegshelden in Brüssel, Berlin, Paris und London in dieser Doppelmühle abstrampeln werden. Angesichts der heraufdämmerden Eurokrise II wird es dabei etliche Offenbarungseide geben müssen:
Im Euroraum lag die Schuldenquote bei 88,9 Prozent. Die Ukraine- Unterstützung trägt einen beträchtlichen Prozentsatz bei.

- Frei nach Goethe:„Nach Golde drängt,
Am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ ( ↩︎ - Die Redewendung „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts. Bei Manövern sollten Soldaten durch Kartoffeläcker vorrücken, wurden dann aber zurückbeordert, um Schäden an den Feldern zu vermeiden. ↩︎
- https://globalbridge.ch/die-verkannte-demuetigung-der-russen/ ↩︎
