„Heute nacht wird eine ganze Zivilisation ausgetilgt……Wir werden sie in die Steinzeit zurückbomben, wo sie hingehören……“
Also sprach der Führer der westlichen Welt, Hüter ihrer hehren Werte und Herr über tausende Atomraketen, Präsident eines 250 Jahre jungen Landes, das seine Viehzucht-Mythen in zahllosen Cowboy-Filmen zelebriert. Außer sich vor Wut drohte er einer 5000 Jahre alten Zivilisation, die unschätzbare kulturelle Güter hervorgebracht hat, mit totaler Vernichtung. Von jenen hat der Prolet im Weißen Haus sicherlich keine Vorstellung. Sein Kulturverständnis ist auf die Anhäufung von Dollars, güldene Spiegel im Büro, an römische Kaiser erinnernde Prägungen auf goldenen Dollarmünzen und riesige Triumphbögen für nicht errungene Siege reduziert.
Make My Horde Great Again!

Die Ausdrucksweise Trumps gründet sich auf Verhaltensweisen, die in der Steinzeit nützlich waren. Seine Ahnen vor 10.000 Jahren hatten ausgeprägte Vorstellungen von Moral und Sitte- allerdings nur innerhalb der eigenen Dorfes. Diese Ackerbau treibenden Horden gehorchten strengen sozialen Regeln, ohne welche die von vielen Feinden bedrohten Stämme nicht überleben hätten können. Alles was sich außerhalb des Zaunes bewegte, wurde als gefährlicher Gegner empfunden, den man mit allen Mitteln abzuwehren hatte. Entsprechend diesem archaischen Muster verhalten sich Trump und seine Kamarilla: „Lasst uns unsere von allen Seiten bedrohte Horde wieder groß machen!“
Die Moral des Steinzeitmenschen legte den Grundstein für spätere ethische Systeme – auch wenn sie noch nicht philosophisch begründet war wie heute. Ihr Ziel war ausschließlich das Überleben der Gruppe.
Wer kooperierte, sicherte das Überleben aller.
Die eigene Gruppe hatte höchste Priorität.
Allem Fremden wurde mit Misstrauen und Abwehr begegnet.
Moral galt nur innerhalb der Gemeinschaft.
„Gut“ bedeutete nützlich für die Horde.
„Böse“ war alles, was sie gefährden konnte.
(Ergebnisse von Forschungen an heutigen steinzeitlichen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften, z. B. den San in Südafrika) oder den Hadza in Tansania.)
Das Bekenntnis zur Horde
„Wir, die Guten, gegen alles Böse!“ Das ist der Kerngedanke typischer Aussagen Trumps und seiner Minister, eine übersteigerte Form von Ronald Reagens „Achse des Bösen“. Viele Botschaften und Aktionen der US-Regierung zeigen steinzeitliche Muster. Die Sprechweise des US-Präsidenten wurde proportional zu der Dimension der Probleme, die er sich selbst schuf, immer aggressiver, drastischer und ordinärer.

“I am a very stable genius.”
“My nuclear button is much bigger and more powerful than his.”
“Nobody builds walls better than me, believe me.”
“They’re bringing drugs. They’re bringing crime. They’re rapists.”
“Why are we having all these people from shithole countries coming here?”
„Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue stehen und jemanden erschießen, und ich würde keine Wähler verlieren.“
„Amerika wird wieder gewinnen – so viel, dass ihr es leid sein werdet zu gewinnen.“
Wie der Herr, so das Gescherr
Sein Kriegsminister, Pete Heghset, mit auf die Brust tätowiertem Kreuzritter- Symbol, steht ihm in nichts nach.
„Unsere Institutionen werden von innen ausgehöhlt.“
„Wir befinden uns in einem kulturellen Kampf um die Zukunft Amerikas.“
„Patriotismus wird heute oft bewusst schlechtgeredet.“
„Wenn wir unsere Werte nicht verteidigen, verlieren wir unser Land.“
Das alles verkörpert ein wahnwitzig übersteigertes Zerrbild eines in jeder Gemeinschaft lebendigen Gemeinschaftsbewusstseins. Es verhindert ein gedeihliches, geordnetes und gesetzlich geregeltes Zusammenleben unterschiedlicher Völker auf einem immer kleiner werdenden Globus.
Zurück zu den Pavianen

Der grenzgeniale Neurobiologe Robert Maurice Sapolsky, Professor an der Stanford University/USA, greift in seiner Erklärung für das erratische Verhalten von dominanten Männchen weiter zurück. Aus seiner Forschung an Pavianen schließt er: „Wenn man menschliche Machtpolitiker beobachtet, sieht man oft sehr alte, evolutionär verankerte Muster.“
- Impulsive Aggressionen
- Extreme Reaktionen auf Statusbedrohung und Kritik
- Hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Kontrolle
Kommt uns bekannt vor!
Ein zerrissenes Land

Nimmt man das alles zusammen, so hat sich die Drohung Trumps an den Iran längst im eigenen Umfeld realisiert: Große Teile der USA sind unter der Leitung ihrer aktuellen Regierung dabei, sich in eine steinzeitliche Horde zu verwandeln, die halbe eigene Bevölkerung und den Rest der Welt als Feind zu empfinden und mit rücksichtsloser Brutalität zu verfolgen. Insbesondere die Europäer, verwöhnt durch ein Dreivierteljahrhundert friedfertigen Wohlergehens, stehen diesem Ausbruch von Urinstinkten fassungs- und hilflos gegenüber. Sogar Trump-Fans wie Tucker Carlson, Megyn Kelly und Candace Owens kritisierten die Ausritte Trumps in ihren TV- und Internet- Shows.
Recht neuzeitlich und feminin mutet dabei der freche Sager der 36-jährigen US-Kommentatorin Candace Owens an:
“It may be time to put Grandpa up in a home.” (Vielleicht wäre es ja an der Zeit, Opa in ein Pflegeheim zu geben.)
Dieser fromme Wunsch wird wohl so schnell nicht in Erfüllung gehen.

