Als ich gestern in Richtung Nordosten schaute, erblickte ich eine große schwarze Rauchsäule am Horizont. Nach einer Stunde war Brandgeruch zu spüren, samt einem leichten Brennen in den Augen. Der Föhrenwald, etwa 15 km entfernt, hatte zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu brennen begonnen. Wie kam das? Es herrschten Temperaturen um die 35 Grad, die von dürrem Gras überwucherten Munitionsreste und Chemikalien, Relikte aus beiden Weltkriegen, entzündeten sich. Das Feuer griff auf die staubtrockenen harzgetränkten Föhren über und vernichtete mehr als einen Quadratkilometer des unter Maria Theresias Ägide gepflanzten Schwarzkiefernwaldes.

Die Bauern als Leidtragende
Waldbrände verursachten heuer in Österreich bereits Schäden in der Höhe von mehreren Millionen €. 230 Hektar Waldfläche wurden bis Juli vernichtet- etwa das Fünffache eines normalen österreichischen Jahreswertes. Die übergroße Hitze lässt uns auch für lange zurückliegende Sünden büßen- und es trifft oft ganz Unschuldige.
Viel ärger hat die Hitze, verbunden mit Mangel an Regen und ungewöhnlicher Trockenheit, die Bauern geschädigt. Betroffen sind:
- Getreide
- Mais und Soja
- Zuckerrüben
- Grünland
- Probleme bei der Viehhaltung

Die Klimaerwärmung sucht Europa mit voller Kraft heim. Dabei hat unser Kontinent die CO₂- Emissionen erheblich gesenkt, und auch Österreich hat sein Quäntchen brav beigetragen. Den globalen CO₂-Gehalt in der Atmosphäre hat das aber bisher nicht sichtbar beeinflusst– er ist trotz der europäischen Anstrengungen weiter gestiegen (s. Mauna Loa- Messungen).
Die COâ‚‚- Zunahme beschleunigt sich
Für mathematisch Versierte: Die „zweite Ableitung“ dieser Kurve rechts unten zeigt, dass auch die Rasanz der Zunahme des CO₂-Gehalts in den letzten Jahren überproportional hoch war. Die Bemühungen in Österreich blieben damit unter der Wahrnehmungsgrenze und werden auch dort bleiben. Ganz im Gegensatz dazu erscheinen unsere gewaltigen Aufwendungen.


Addiert man die Ziffern der Tabelle, so ergibt sich der enorme Betrag von mindestens 55 Milliarden für den Zeitraum 2000-2026. Noch imposanter ist die langfristige Perspektive: Das Umweltbundesamt schätzt, dass Österreich für die Erreichung der Klimaneutralität 2040 jährlich 6,4 bis 11,2 Mrd. € zusätzliche Investitionen benötigt. Das entspricht 1,1–1,9 % des BIP pro Jahr.
Die Milliarden wirken nicht

Angesichts der bisherigen völligen Unwirksamkeit dieser riesigen Ausgaben und der aktuellen Misere mit der Abgeltung der Schäden in der Landwirtschaft stellt sich eine historische Frage: Ist es sinnvoll, weiter ungeheure Mittel, die man noch dazu fremdfinanzieren muss, in den bis dato völlig ineffizienten Klimaschutz- Topf zu versenken, oder sie besser in lokale Projekte zur Verhinderung, Abwehr und Milderung von Folgeschäden zu investieren? Die folgenschwere Kakofonie der Emissionskaiser erklingt anderswo: In Indien, China und den USA.
Klimaneutral ohne spürbaren Effekt
Im Jahr 2040 wird Österreich, wenn all die veröffentlichen Berechnungen stimmen, klimaneutral sein. Bis dahin wird die Kohlendioxid-Konzentration hierzulande ungehindert weiter bis auf etwa 470 ppm angestiegen sein und wir mindestens weitere 150 Milliarden den bisher versenkten Geldern nachgeschickt haben. Dieses Debakel beginnt sich zu einer ähnlichen Bruchlandung zu entwickeln wie die verhängnisvolle Merkel/v.d. Leyen´sche Verirrung, Motto

„Wir schaffen das!“
im Fall der Migrationskrise.
Eine zweite historische Pleite?
Europa sitzt zum zweiten Mal, nach der gescheiterten Zuwanderungseuphorie vergangener Jahrzehnte, im falschen Dampfer. Die Ursachen der Sünden der ganzen Welt können wir nur im Mikrobereich beeinflussen, die Folgen aber zum Teil abwenden oder mildern. Mehr nicht. Welche Prioritäten sich daraus ergeben, werden unsere hohen Damen und Herren in Brüssel und Wien wohl oder übel bald benennen müssen. Die unbarmherzige CO₂- Linie wird unsere Ohnmacht alljährlich sauber abbilden.
