In Évian-les-Bains, wo kristallklar der Schweizer Urquell entspringt, fielen einander die Häuptlinge der G7- Staaten um den Hals. Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union als ständiger Gast hofierten den Präsidenten der USA, der sich, bescheiden wie stets, zum „Boss“ ernannte. Auch der allgegenwärtige Präsident der Ukraine durfte nicht fehlen; wie immer mit dem Hute in der Hand. Als Begleitmusik schickte er einen gewaltigen Schwarm Drohnen nach Moskau und die Rechnung nach Brüssel.

Man umwedelte den „Boss“, auf seine peinliche Altmänner- Eitelkeit spekulierend, und arbeitete sich daran ab, die Spannungen zwischen den USA und den europäischen Verbündeten zu entschärfen. Wie fast alle Gipfel war die Zusammenkunft eher ein gesellschaftliches Ereignis mit propagandistischer Verbrämung und Gelegenheiten zu Kungeleien abseits des offiziellen Programms. Man bekräftigte die Unterstützung für Trumps nebuloses Iran-Abkommen und die Hilfen für die Ukraine. Klare Lösungen für die großen Konflikte – Iran, Ukraine, Russland und China – erfolgten nicht, sondern wurden wortreich in die Zukunft verlagert – „In eine neue Verhandlungsphase überführt.“ Als Elefant stand die immer mächtiger werdende „Gelbe Gefahr“ im Raum, der man mit den Waffen Trumps- Einfuhrzölle- Paroli bieten will.

Die Glorreichen Sieben im Film und die G7 trennt vieles

Der Unterschied zwischen den glorreichen Sieben, dem berühmten Wildwestfilm aus dem Jahr 1960 ist augenfällig. Die Beschützer der bedrängten Indios vor dem Banditen Calvera, dargestellt durch Eli Wallach besiegten , angeführt durch den heroischen glatzköpfigen Chris Adams (dargestellt durch Yul Brynner) die Bösewichte allesamt heldenhaft und mit eigener Hand. Die zweifelhaften Helden von Evian hingegen diskutierten über den Kampf, versprachen den Ukrainern an der Front noch mehr Waffen, Dollars und Euros und wünschten ihnen dabei Erfolg. Dass man mit dieser offenkundigen Waffenbrüderschaft Russland endgültig indirekt den Krieg erklärt, scheint den Herrschaften in der ganzen Tragweite nicht bewusst zu sein.

Der Krieg mit Russland wurde indirekt erklärt

Der Westen hat sich in Evian endgültig zusammengetan, um Russland, im Dienst der wetterwendischen USA, mit allen möglichen Mitteln in die Knie zu zwingen. Man vergeudet dabei enorme Ressourcen in einer immer unkontrollierter werdenden Auseinandersetzung. Auch bei einem nicht erklärten Krieg sind weiterer Verlauf und Ausgang völlig ungewiss. Glorios ist das, alles zusammen, nicht wirklich.

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